Positionierung
Die Rolle und das Verständnis von Führungskräften bzw. Führung unterscheiden sich von Person zu Person, von Unternehmen zu Unternehmen und sind ebenso von der wirtschaftlichen Lage derselben abhängig. Mal ist der Blick auf die Mitarbeiter gefordert, dann wieder Härte und Durchsetzungsvermögen, manchmal soll in Teams zusammengearbeitet werden und manchmal soll man der große Einzelkämpfer sein. Dabei sollen wir stets überzeugen und sämtliche an uns herangetragenen Aufgaben und Projekte bearbeiten und erfolgreich umsetzen.
Dabei ist es besonders wichtig, dass du dich als Führungskraft richtig positionierst. Bis zu deiner Beförderung warst du Teil des Teams. Du nimmst als Führungskraft eine neue Rolle ein und musst dich deshalb bei deinem Team neu positionieren.
- Die ehemaligen Kollegen brauchen gerade am Anfang Zeit, sich an den Rollentausch zu gewöhnen. Deshalb solltest du zunächst versuchen, von deinem Team in deiner neuen Rolle als Führungskraft akzeptiert und respektiert zu werden.
- Aus befreundeten Kollegen werden nun Vorgesetzter und Mitarbeiter – das Verhältnis zu deinen Kollegen verändert sich damit grundlegend.
Dadurch entstehen Probleme, die sich nicht sachlich lösen lassen. Eine Möglichkeit, die sich dabei ergibt, ist die Rahmenbedingungen eurer Freundschaften neu abzustecken.
Während deines hierarchischen Aufstieges erhältst du auch formelle Macht. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass sich deine Position zu weit nach außen verschiebt und du infolgedessen den Bezug zu deinem Team verlieren kannst. Nutze die neu erlangte Macht in einer angemessenen Weise, um deine Führungsaufgaben wahrzunehmen, wie beispielsweise, um Entscheidungen zu treffen und die Umsetzung von Maßnahmen sicherzustellen. Ein Missbrauch dieser Macht in Form von Befehlen und Strafen ist ein No-Go und entfernt dich von deinem Team. Nutze stattdessen das ohnehin vorhandene Vertrauensverhältnis zwischen dir und deinen ehemaligen Kollegen für deine Führungsarbeit.
Ein Modell, das dir bei deiner Positionierung helfen kann, ist das Sandwich-Modell. Es beschreibt die neue Arbeit als Zusammenspiel von drei Ebenen. Du befindest dich in der Mitte, über dir sind deine neuen Vorgesetzen und unter dir dein Team. Dabei entsteht für dich ein innerer Konflikt, da du in deiner neuen Position dem Druck von zwei Seiten ausgesetzt bist. Du befindest dich folglich in der „Sandwichposition“. Du willst sowohl deine neuen Vorgesetzten, als auch deinem Team in jeglichen Belangen gerecht werden. Für dich bedeutet das konkret, der direkte Ansprechpartner für beide Seiten zu sein. Du stehst für Fragen und Gespräche zur Verfügung, verhältst dich vorbildhaft, motivierend und wertschätzend und kommunizierst überzeugend und am Gesprächspartner orientiert. Weiterhin ist es deine Aufgabe Konflikte zu managen, dich durchzusetzen und gelegentlich auch mal Spannungen auszuhalten.